Was PHP mit deiner WordPress-Website zu tun hat
WordPress ist in der Programmiersprache PHP geschrieben. Jedes Mal, wenn jemand eine Seite aufruft, führt der Server PHP-Code aus und baut die Seite zusammen. Welche PHP-Version dabei läuft, legt dein Hoster fest oder du selbst in den Hosting-Einstellungen.
Jede PHP-Version wird nur eine bestimmte Zeit gepflegt. Danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr. Läuft deine Website auf einer solchen Version, bleiben neue Lücken offen. Genau das ist im Oktober 2026 mit PHP2Shell sichtbar geworden.
Veraltete Software ist für Angreifer besonders interessant. Laut Trend Micro zielen über 70 Prozent der im Untergrund nachgefragten Exploits auf Lücken, die älter als zwei Jahre sind. Dazu kommt, dass KI-Werkzeuge das Finden und Ausnutzen von Schwachstellen deutlich beschleunigen. Eine alte PHP-Version ist deshalb kein theoretisches Risiko.
Welche PHP-Version braucht WordPress?
WordPress empfiehlt auf seiner offiziellen Anforderungsseite PHP 8.3 oder neuer. PHP 7.4 funktioniert zwar noch, WordPress weist aber darauf hin, dass solche Versionen ihr offizielles Lebensende erreicht haben und deine Website Sicherheitslücken aussetzen können.
| Version | Aktive Unterstützung bis | Sicherheitsupdates bis | Einordnung |
| PHP 8.5 | 31.12.2027 | 31.12.2029 | neueste Version |
| PHP 8.4 | 31.12.2026 | 31.12.2028 | aktuell unterstützt |
| PHP 8.3 | 31.12.2025 | 31.12.2027 | Mindestempfehlung von WordPress |
| PHP 8.2 | 31.12.2024 | 31.12.2026 | Wechsel jetzt planen |
| PHP 8.1 und älter | beendet | beendet | dringend wechseln |
Quelle php.net, Stand 21. Oktober 2026.
Für die meisten Unternehmenswebsites ist PHP 8.3 oder 8.4 ein guter Stand. Damit erfüllst du die Empfehlung von WordPress und hast bis Ende 2027 beziehungsweise Ende 2028 Sicherheitsupdates.
So findest du heraus, welche PHP-Version läuft
In WordPress findest du die Version unter Werkzeuge → Website-Zustand → Info → Server. Der Eintrag heisst PHP-Version. Im Bericht unter Website-Zustand weist WordPress dich ausserdem darauf hin, wenn deine PHP-Version veraltet ist. Alternativ steht die Version im Kundenbereich deines Hosters.
Schritt für Schritt zur neuen PHP-Version
1. Backup erstellen
Sichere Dateien und Datenbank, bevor du etwas änderst. Prüfe auch, dass du das Backup wieder einspielen kannst. Ein Backup, das sich nicht zurückholen lässt, hilft dir im Ernstfall nicht.
2. WordPress, Themes und Plugins aktualisieren
Bring zuerst WordPress, dein Theme und alle Plugins auf den neuesten Stand. Viele Kompatibilitätsprobleme sind in neueren Versionen bereits behoben. Lösche Plugins und Themes, die du nicht mehr brauchst.
3. Veraltete Erweiterungen erkennen
Schau bei jedem Plugin nach, wann es zuletzt aktualisiert wurde. Erweiterungen, die seit Jahren keine Updates mehr erhalten haben, sind die häufigsten Kandidaten für Fehler nach einem PHP-Wechsel. Besonders kritisch sind individuell programmierte Themes und Funktionen, die niemand mehr pflegt.
4. Auf einer Staging-Umgebung testen
Viele Hoster bieten eine Staging-Umgebung an, also eine Kopie deiner Website. Stell dort zuerst die neue PHP-Version ein und klick dich durch die wichtigsten Seiten. Teste besonders Formulare, Shop, Login und alles, was Daten verarbeitet.
5. Live umstellen und kontrollieren
Läuft auf der Staging-Umgebung alles, stellst du die PHP-Version auf der Live-Website um. Das geht meist mit wenigen Klicks im Hosting-Panel. Prüf danach die Website erneut und schick eine Testanfrage über dein Kontaktformular.
Fehler nach dem PHP-Update und was sie bedeuten
Wenn nach dem Wechsel etwas nicht mehr funktioniert, liegt es meistens an Code, der für eine ältere PHP-Version geschrieben wurde. Diese Meldungen siehst du am häufigsten.
| Meldung | Was dahintersteckt |
| «Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website» | Ein Plugin oder das Theme verursacht einen schweren PHP-Fehler. WordPress fängt ihn ab und schickt der Administrator-Adresse eine E-Mail mit einem Link zum Wiederherstellungsmodus. |
| Weisse Seite ohne Inhalt | Ein schwerer Fehler, bei dem die Fehleranzeige ausgeschaltet ist. Oft dieselbe Ursache wie beim kritischen Fehler. |
| 500 Internal Server Error | Der Server konnte die Anfrage nicht verarbeiten. Neben PHP-Fehlern kommen auch die Serverkonfiguration oder Speicherlimits in Frage. |
| Layout kaputt oder einzelne Funktionen fehlen | Ein Plugin oder das Theme läuft nur noch teilweise. |
So gehst du vor
- Öffne den Link aus der E-Mail von WordPress und melde dich im Wiederherstellungsmodus an. WordPress zeigt dir dort, welches Plugin oder Theme den Fehler auslöst.
- Deaktiviere die betroffene Erweiterung und prüfe, ob es ein Update gibt.
- Kommst du nicht weiter, spiel dein Backup ein oder stell die vorherige PHP-Version kurz wieder ein. Das verschafft dir Zeit, ist aber nur ein Zwischenschritt, gerade wenn die alte Version keine Sicherheitsupdates mehr erhält.
Wann sich ein Relaunch mehr lohnt als Flicken
Manchmal lässt sich eine alte Website nicht mit vertretbarem Aufwand auf eine aktuelle PHP-Version bringen. Das ist oft der Fall, wenn das Theme vom Entwickler nicht mehr gepflegt wird, wenn zentrale Funktionen auf aufgegebenen Plugins beruhen oder wenn niemand mehr weiss, wer die Website ursprünglich gebaut hat.
Dann stellt sich die Frage, ob du weiter flicken oder neu aufbauen willst. Ein Website-Relaunch löst das PHP-Problem und bringt gleichzeitig Design, Inhalte und SEO auf einen aktuellen Stand. Wie es generell um die Sicherheit von WordPress steht, liest du im Beitrag Ist WordPress sicher?
PHP-Updates gehören zur Wartung
Ein PHP-Wechsel ist kein einmaliges Projekt. Alle paar Jahre läuft die nächste Version aus. Wenn das in einer regelmässigen WordPress-Wartung eingeplant ist, kommt der Wechsel nicht überraschend.
Bei den Websites, die wir betreuen, läuft zusätzlich Cloudflare im Enterprise-Plan als Schutzschicht vor dem Server. Bei PHP2Shell hat Cloudflare Schutzregeln ausgerollt, noch bevor die Patches verfügbar waren. Eine aktuelle PHP-Version ersetzt das aber nicht, beides gehört zusammen.
Läuft deine Website nach einem PHP-Update nicht mehr, hilft dir unser WordPress-Notfalldienst. Wir suchen den Fehler und bringen deine Website wieder zum Laufen.